01/2006 7 Tage für ein Halleluja
7 Tage für ein Halleluja
Die Angst vor dem Gorilla
Der Teufel steckt im Detail. Für einmal ein scheinbar sehr treffendes Sprichwort. In Übersee streiten sich Fundamentalisten mit der Öffentlichkeit über die Annerkennung von Thesen, die der Evolutionstheorie von Darwin die Stirn bieten sollen. Millionen von Dollars werden in Kampagnen gebuttert, nur um sich selbst zu beweisen, dass Big Boss es eben doch in nur 7, respektive 6 Tagen, geschafft hat. Der (don’t)Think Tank der Fischli-Industrie rüstet sich für einen neuen, geistigen Kreuzzug.
Die Angst vor dem Gorilla geht um! Komisch mutet indes die Tatsache an, dass diese Windmühlen-Bekämpfer ihrer eigenen Theorie des intelligent design ein schlechtes Zeugnis abgeben – denn sehr intelligent sind diese…
Item, erklärtes Kriegsziel ist, wie gesagt, der Welt zu beweisen, dass Urgrosspapa keine Groillaschnauze hatte – (der überzeugte Kreationist und US-Präsident G. W. B. leist diesem Unterfangen mit seiner eigenen Visage sicherlich keinen Dienst). Doch bevor wir uns zu sehr mokieren, sollten wir uns doch der Hintergründe dieser Männer bewusst werden!
Zu verstehen: Es geht um die Angst, den eigenen Glauben auf die Waagschale legen zu müssen. Es ist die Angst davor, etwas nicht wissen zu können. Wehe, wenn die Bibel nicht so will, wie ich will! Jeder Buchstabe will so verstanden sein, wie eben ein Mann mit der Denkkraft eines Achtjährigen (oder eines Gorillas?) ihn verstehen kann.
Der Aktionsplan der Christen für das kommende Jahrzehnt ist indes bereits festgelegt. Nach der nachweislich komplett falsch berechneten Halbwertszeit des Kohlenstoff 14 (wie konnten Hunderte von Wissenschaftlern nur alle so blöd sein und jahrelang den Taschenrechner verkehrt rum halten?!) und den Biss-Spuren der verzweifelt ertrunkenen Dinos auf dem gefundenen Arche-Noah-Rumpf, wird’s jetzt wie folgt weitergehen:
2008 wird ein christliches Forschungsteam in Privathelikoptern ins Morgenland donnern, um auf Digitalfotografien festzuhalten, dass die Morgenröte, so wie es in der Bibel geschrieben steht(1), tatsächlich Flügel besitzt. 2012 werden dann auch die Biologen umdenken müssen, wenn sie erfahren, dass der Hase ein Wiederkäuer und die Fledermaus ein Vogel ist(2).
Der Teufel wird, wie gesagt, im Detail stecken. Getreu dem Motto: Beweise mir, was ich wahr haben will. Wieso überhaupt Teufel? Nun, wenn die Christenheit abspaced und die wirklich relevanten Fragen und Forderungen in den Wind schlägt, dann riecht dies eher nach Schwefel als nach Weihrauch!
Euer Muck
(1) Psalm 139.10 …und nehmte ich die Flügel der Morgenröte
(2) 3. Mose 11
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